Infrarotheizung Infrarotheizung im Altbau
Altbau richtig beurteilen

Infrarotheizung im Altbau: sinnvoll oder zu teuer?

Altbau bedeutet nicht automatisch, dass eine Infrarotheizung ungeeignet ist. Entscheidend sind Dämmung, Wärmebedarf, Nutzung und der Zustand der elektrischen Anlage. Besonders bei einzelnen Räumen kann Infrarot interessant sein – als Vollheizung sollte dagegen genau gerechnet werden.

Vier entscheidende Fragen Passt Infrarot zum Altbau?
01
Wie gut ist das Gebäude gedämmt? Der Wärmeverlust beeinflusst den Verbrauch direkt.
02
Wie viele Räume sollen beheizt werden? Einzelraum und Vollheizung sind zwei völlig unterschiedliche Fälle.
03
Wie lange wird täglich geheizt? Laufzeit und Strompreis bestimmen die Betriebskosten.
04
Ist die Elektrik dafür ausgelegt? Gerade bei älteren Gebäuden sollte dies geprüft werden.
Sanierter Altbau oft deutlich interessanter
Unsanierter Altbau Heizkosten genau prüfen
Einzelner Raum häufig interessanter Einsatz
Ganzes Gebäude Heizlast entscheidend
Der wichtigste Unterschied

Altbau ist nicht gleich Altbau

Ein Gründerzeithaus mit alten Fenstern und ungedämmten Außenwänden hat einen völlig anderen Wärmebedarf als ein energetisch modernisierter Altbau. Deshalb sagt das Baujahr allein fast nichts darüber aus, ob Infrarot sinnvoll ist.

Günstigere Voraussetzungen

Sanierter oder gut gedämmter Altbau

Wurde ein älteres Gebäude energetisch verbessert, sinkt der Wärmebedarf. Dadurch muss auch eine elektrische Heizung weniger Energie bereitstellen.

  • modernere oder gute Fenster
  • gedämmte Außenflächen
  • überschaubarer Heizwärmebedarf
  • weniger Zugluft und Wärmeverluste
  • bedarfsgerechte Nutzung einzelner Räume
Genau rechnen

Unsanierter Altbau

Bei hohen Wärmeverlusten muss ständig neue Energie nachgeliefert werden. Genau hier können die laufenden Stromkosten einer Infrarotheizung zum entscheidenden Nachteil werden.

  • ungedämmte Außenwände
  • alte oder undichte Fenster
  • hohe Räume und große Außenflächen
  • dauerhafte Beheizung notwendig
  • hoher Gesamtwärmebedarf
Der Altbau-Check

Diese 6 Punkte entscheiden über die Eignung

Statt nur auf das Alter des Hauses zu schauen, sollten die tatsächlichen Bedingungen des Gebäudes betrachtet werden.

01

Dämmung

Je geringer die Wärmeverluste über Fassade, Dach und Boden, desto geringer ist die erforderliche Heizenergie.

02

Fenster

Alte oder undichte Fenster können einen erheblichen Anteil der Wärme nach außen verlieren lassen.

03

Raumhöhe

Viele Altbauten besitzen hohe Räume. Raumgröße, Außenflächen und Heizlast müssen deshalb individuell betrachtet werden.

04

Nutzung

Ein Badezimmer, das morgens und abends Wärme benötigt, stellt andere Anforderungen als ein Wohnzimmer, das täglich viele Stunden beheizt wird.

05

Elektrik

Bei älteren Installationen sollte geprüft werden, ob Leitungen, Stromkreise und Absicherung für die geplante elektrische Leistung geeignet sind.

06

Stromkosten

Leistung und tatsächliche Heizdauer bestimmen zusammen mit dem Strompreis die laufenden Kosten.

Gute Einsatzbereiche

Wo Infrarot im Altbau besonders interessant sein kann

Seine größten Vorteile spielt das System häufig dort aus, wo gezielt und flexibel Wärme benötigt wird.

01 / BADEZIMMER

Wärme zu bestimmten Zeiten

Gerade im Bad wird häufig nicht rund um die Uhr dieselbe Temperatur benötigt. Eine zusätzliche Infrarotheizung kann gezielt Wärme bereitstellen.

02 / EINZELRAUM

Nur dort heizen, wo es nötig ist

Büro, Gästezimmer, Hobbyraum oder Dachgeschoss können unabhängig vom restlichen Heizsystem beheizt werden.

03 / ANBAU

Bestehende Heizung nicht erweitern

Bei einem zusätzlichen Raum kann eine elektrische Lösung einfacher sein als die Erweiterung eines vorhandenen Heizwassersystems.

04 / SANIERTE WOHNUNG

Niedrigerer Wärmebedarf

Wurden Fenster und Gebäudehülle bereits verbessert, können sich die Voraussetzungen für eine elektrische Heizung deutlich verändern.

05 / ZUSATZWÄRME

Bestehende Heizung ergänzen

Infrarot muss nicht zwingend das komplette Heizsystem ersetzen. Es kann einzelne Bereiche zusätzlich versorgen.

06 / FLEXIBLE NUTZUNG

Räume mit wechselnder Nutzung

Räume, die nur gelegentlich benötigt werden, können separat beheizt werden, ohne das gesamte Gebäude stärker aufzuheizen.

Vorher genau prüfen

Wann kann Infrarot im Altbau problematisch werden?

Besonders bei dauerhaft hohem Heizenergiebedarf verliert der niedrige Anschaffungspreis schnell an Bedeutung.

!

Sehr schlechter Dämmstandard

Hohe Wärmeverluste führen zu langen Heizzeiten und damit zu entsprechend hohem Stromverbrauch.

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Komplette Vollheizung

Soll ein ganzes unsaniertes Gebäude ausschließlich elektrisch beheizt werden, muss der Gesamtbedarf besonders sorgfältig berechnet werden.

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Dauerbetrieb

Je länger die Heizpaneele tatsächlich Leistung aufnehmen müssen, desto stärker wirkt sich der Strompreis auf die Heizkosten aus.

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Alte Elektroinstallation

Mehrere leistungsstarke Elektroheizungen bedeuten zusätzliche elektrische Last. Bei älteren Anlagen sollte die vorhandene Installation geprüft werden.

Elektroverteilung
Im Altbau besonders wichtig

Nicht nur die Heizung prüfen – auch die Elektrik

Ein einzelnes Infrarotpaneel ist etwas anderes als mehrere Heizungen, die gleichzeitig elektrische Leistung benötigen.

Besonders bei älteren Gebäuden können Elektroinstallation, Leitungsquerschnitte, Stromkreise und Absicherung aus einer Zeit stammen, in der eine solche Dauerlast nicht vorgesehen war.

Deshalb sinnvoll: Vor einer umfangreichen Installation sollte geklärt werden, ob die vorhandene elektrische Anlage für Leistung und Anzahl der geplanten Heizpaneele geeignet ist.
Jetzt wird gerechnet

Was kostet Infrarot im Altbau tatsächlich?

Entscheidend ist nicht der Preis des Paneels, sondern wie lange es tatsächlich heizen muss. Auf unserer Kostenseite finden Sie Beispielrechnungen und einen Rechner für Leistung, Laufzeit und Strompreis.

Schnelle Orientierung

Infrarotheizung im Altbau: typische Situationen

Diese Übersicht ist keine Heizlastberechnung, gibt aber eine schnelle Orientierung für typische Einsatzfälle.

Situation Typische Voraussetzung Erste Einschätzung
Badezimmer als Zusatzheizung kurze, gezielte Nutzung interessant
Gästezimmer / Hobbyraum nur gelegentlich beheizt interessant
Sanierter Altbau reduzierter Wärmebedarf genauer prüfen
Teilweise sanierter Altbau mittlerer Wärmebedarf Heizlast berechnen
Unsanierter Altbau hoher Wärmeverlust kritisch prüfen
Ganzes unsaniertes Haus dauerhafte Vollheizung Kosten besonders prüfen
Häufige Fragen

Infrarotheizung im Altbau kurz beantwortet

Ist eine Infrarotheizung im Altbau sinnvoll?

Das kann sie sein. Entscheidend sind jedoch nicht das Baujahr allein, sondern Dämmstandard, Wärmebedarf, Nutzungsdauer und Einsatzbereich. Besonders für einzelne oder zeitweise genutzte Räume kann Infrarot interessant sein.

Kann man einen Altbau komplett mit Infrarot heizen?

Technisch ist eine elektrische Beheizung grundsätzlich möglich. Wirtschaftlich sollte bei einer Vollheizung jedoch besonders genau geprüft werden, wie hoch die notwendige Heizleistung und der daraus entstehende Stromverbrauch sind.

Ist eine Infrarotheizung im unsanierten Altbau sinnvoll?

Bei einem unsanierten Gebäude mit hohen Wärmeverlusten können lange Heizzeiten und entsprechend hohe Stromkosten entstehen. Als Zusatzheizung für einzelne Bereiche kann die Situation anders aussehen als bei einer Vollheizung.

Muss die Elektrik im Altbau geprüft werden?

Gerade wenn mehrere elektrische Heizungen installiert werden sollen, sollte geklärt werden, ob Stromkreise, Leitungen und Absicherung für die geplante elektrische Belastung geeignet sind.

Welche Räume eignen sich im Altbau besonders für Infrarot?

Interessant können insbesondere Badezimmer, Gästezimmer, Hobbyräume, Büros oder nachträglich ausgebaute Räume sein, die nur zeitweise oder unabhängig vom restlichen Gebäude beheizt werden.

Ist ein sanierter Altbau besser für Infrarot geeignet?

Ein geringerer Wärmebedarf verbessert grundsätzlich die Voraussetzungen für eine elektrische Heizung. Trotzdem sollten Heizlast und erwartete Betriebskosten vor einer Entscheidung berechnet werden.

Fazit

Nicht das Baujahr entscheidet. Der Wärmebedarf entscheidet.

Eine Infrarotheizung kann im Altbau eine sehr einfache und flexible Lösung sein. Je höher jedoch der Wärmeverlust des Gebäudes und je länger täglich geheizt werden muss, desto wichtiger wird eine realistische Kostenrechnung.