Infrarotheizung Funktionsweise
Strahlungswärme verständlich erklärt

Wie funktioniert eine Infrarotheizung? Funktionsweise einfach erklärt

Eine Infrarotheizung ist eine elektrische Direktheizung. Strom erwärmt die Heizfläche, die anschließend Wärme an den Raum abgibt. Ein wesentlicher Teil davon wird als Wärmestrahlung übertragen. Gleichzeitig entsteht auch ein Anteil an Konvektion – die Raumluft bleibt also nicht vollständig unbeeinflusst.

Das Grundprinzip Strom → Heizfläche → Wärme
Strom Energiezufuhr
Paneel erwärmt sich
Raum nimmt Wärme auf
Energie elektrischer Strom
Heizfläche wird erwärmt
Wärmeübertragung Strahlung + Konvektion
Regelung Thermostat
Schritt für Schritt

So entsteht die Wärme

Technisch ist das Prinzip vergleichsweise einfach. Trotzdem lohnt es sich, zwischen Stromaufnahme, Heizfläche, Wärmeübertragung und Raumregelung zu unterscheiden.

01

Strom fließt

Das Heizpaneel nimmt elektrische Energie entsprechend seiner Nennleistung auf.

02

Heizfläche erwärmt sich

Im Gerät wird elektrische Energie in Wärme umgewandelt und die Oberfläche des Paneels erwärmt.

03

Wärme gelangt in den Raum

Die erwärmte Oberfläche gibt Energie unter anderem als Wärmestrahlung an ihre Umgebung ab.

04

Thermostat regelt

Wird die gewünschte Raumtemperatur erreicht, kann die Steuerung den Heizbetrieb unterbrechen.

Strahlung und Konvektion

Was unterscheidet Infrarot von einem klassischen Konvektor?

Wärmestrahlung

Wärme wird übertragen, ohne dass dafür Luft strömen muss

Wärmestrahlung kann von Oberflächen und Personen aufgenommen werden. Vergleichbar ist das Prinzip mit dem Wärmeempfinden in der Nähe einer warmen Oberfläche oder bei Sonneneinstrahlung.

  • direkte Wärmeübertragung möglich
  • Oberflächen im Raum nehmen Energie auf
  • Wärmegefühl kann früh wahrgenommen werden
  • kein wasserführendes Heizsystem notwendig
Konvektion

Wärme wird über erwärmte Luft verteilt

Bei Konvektionsheizungen wird Luft an einer warmen Oberfläche erwärmt. Die erwärmte Luft steigt auf und erzeugt eine Luftbewegung im Raum.

  • Luft wird direkt erwärmt
  • warme Luft steigt nach oben
  • Raumluft verteilt einen Teil der Wärme
  • klassisches Prinzip vieler Heizkörper
!

Eine Infrarotheizung arbeitet nicht ausschließlich mit Strahlung

Auch die Oberfläche eines Infrarotpaneels erwärmt die unmittelbar angrenzende Luft. Dadurch entsteht ebenfalls Konvektion. Der Unterschied liegt darin, dass bei einer Infrarotheizung die Wärmestrahlung einen wichtigen Anteil der Wärmeübertragung ausmacht. Aussagen wie „Infrarot erwärmt überhaupt keine Luft“ sind deshalb zu pauschal.

Was wird eigentlich warm?

Nicht nur „Gegenstände statt Luft“

Die Wärmeverteilung ist ein Zusammenspiel aus Heizfläche, Oberflächen, Raumluft und Gebäude.

01 / PERSONEN

Wärmestrahlung kann direkt wahrgenommen werden

Befindet sich eine Person im wirksamen Bereich einer warmen Heizfläche, kann die Strahlungswärme als angenehm empfunden werden.

02 / OBERFLÄCHEN

Wände, Boden und Möbel nehmen Wärme auf

Oberflächen absorbieren einen Teil der Strahlung und geben Wärme anschließend wiederum an ihre Umgebung ab.

03 / RAUMLUFT

Auch die Luft wird mit erwärmt

Durch Kontakt mit warmen Oberflächen und Konvektion steigt mit der Zeit ebenfalls die Temperatur der Raumluft.

Warum fühlt sich Strahlungswärme anders an?

Raumtemperatur und Wärmegefühl sind nicht exakt dasselbe

Das menschliche Wärmeempfinden hängt nicht nur von der Lufttemperatur ab. Auch die Temperaturen der umgebenden Oberflächen und die Wärmestrahlung, die auf den Körper trifft, beeinflussen den Komfort.

Deshalb kann sich ein Raum bei gleicher gemessener Lufttemperatur unterschiedlich angenehm anfühlen. Das ist einer der Gründe, warum Strahlungsheizungen häufig anders wahrgenommen werden als rein konvektiv geprägte Heizsysteme.

Aber: Daraus folgt nicht automatisch, dass jede Infrarotheizung bei niedrigerer Raumtemperatur immer denselben Komfort liefert. Position, Leistung, Gebäude und Raumgeometrie spielen ebenfalls eine große Rolle.
Automatische Raumregelung

Eine Infrarotheizung muss nicht dauerhaft mit voller Leistung laufen

Die Nennleistung eines Paneels beschreibt, welche elektrische Leistung es während des aktiven Heizbetriebs aufnimmt. Ein Thermostat kann die Heizung jedoch abschalten, sobald die gewünschte Raumtemperatur erreicht ist.

Deshalb darf die Nennleistung nicht einfach mit 24 Stunden multipliziert werden, wenn der tatsächliche Stromverbrauch berechnet werden soll.

Temperatur messen Ist der Raum noch zu kühl?
Heizung einschalten Wärme wird bereitgestellt
Sollwert erreicht Thermostat unterbricht den Heizbetrieb
Typische Irrtümer

Diese Aussagen über Infrarotheizungen sind zu einfach

Mythos

„Infrarot erwärmt nur Gegenstände und nie die Luft.“

Zu pauschal. Wärmestrahlung trifft zwar auf Oberflächen und Personen, aber auch Raumluft und Oberflächen beeinflussen sich gegenseitig. Zusätzlich entsteht am heißen Paneel Konvektion.

Mythos

„Eine Infrarotheizung verursacht überhaupt keine Luftbewegung.“

Auch an einem warmen Infrarotpaneel wird angrenzende Luft erwärmt. Die Konvektion kann geringer ausgeprägt sein als bei Systemen, die hauptsächlich auf Luftströmung setzen, verschwindet aber nicht vollständig.

Mythos

„800 Watt bedeuten automatisch 19,2 kWh pro Tag.“

Nur wenn das 800-Watt-Paneel tatsächlich 24 Stunden ununterbrochen mit voller Leistung läuft. Bei Thermostatbetrieb ist die effektive Einschaltzeit entscheidend.

Mythos

„Weil Strom vollständig zu Wärme wird, ist Infrarot immer günstig.“

Die Umwandlung elektrischer Energie in Wärme am Gerät sagt noch nichts über die wirtschaftlichen Gesamtkosten aus. Strompreis, Wärmebedarf und Laufzeit bleiben entscheidend.

Technik richtig einordnen

Was bedeutet die Funktionsweise für die Praxis?

Eigenschaft Technische Bedeutung Praktische Folge
Elektrische Direktheizung Strom wird direkt am Heizgerät in Wärme umgewandelt kein zentraler Wärmeerzeuger notwendig
Wärmestrahlung Energie wird von warmen Oberflächen abgestrahlt Wärme kann direkt wahrgenommen werden
Konvektion vorhanden auch angrenzende Luft wird am Paneel erwärmt Raumluft erwärmt sich ebenfalls
Dezentrale Bauweise jeder Raum kann eigene Heizflächen erhalten raumweise Steuerung möglich
Thermostatbetrieb Heizung schaltet abhängig vom Sollwert Nennleistung ist nicht gleich Dauerverbrauch
Position relevant Strahlung wird nicht beliebig um Ecken verteilt Montageort sollte geplant werden
Von der Theorie zur Planung

Wie viel Leistung benötigt Ihr Raum tatsächlich?

Die Funktionsweise erklärt, wie Wärme entsteht. Für die praktische Auswahl des Heizpaneels ist anschließend entscheidend, wie hoch der Wärmebedarf des jeweiligen Raums ist.

Häufige Fragen

Funktionsweise der Infrarotheizung kurz beantwortet

Wie funktioniert eine Infrarotheizung?

Elektrischer Strom erwärmt die Heizfläche. Diese gibt Wärme an den Raum ab – unter anderem in Form von Wärmestrahlung. Gleichzeitig entsteht auch Wärmeübertragung durch Konvektion.

Erwärmt eine Infrarotheizung die Luft?

Ja, auch die Raumluft wird mit erwärmt. Das geschieht unter anderem durch Kontakt mit warmen Oberflächen und durch Konvektion am Heizpaneel.

Was wird durch Infrarotstrahlung erwärmt?

Wärmestrahlung kann von Personen und Oberflächen wie Wänden, Boden oder Möbeln aufgenommen werden. Diese erwärmten Oberflächen geben wiederum Wärme an ihre Umgebung ab.

Warum fühlt sich Infrarotwärme anders an?

Das Wärmeempfinden hängt nicht nur von der Lufttemperatur ab. Auch die Temperaturen der umgebenden Oberflächen und die auf den Körper treffende Wärmestrahlung beeinflussen den Komfort.

Läuft eine Infrarotheizung immer mit voller Leistung?

Während sie aktiv heizt, nimmt sie ihre vorgesehene elektrische Leistung auf. Ein Thermostat kann den Heizbetrieb jedoch unterbrechen, sobald die eingestellte Raumtemperatur erreicht ist.

Ist Infrarotheizung dasselbe wie ein Heizlüfter?

Nein. Ein Heizlüfter erwärmt Luft und verteilt diese aktiv mit einem Gebläse. Eine Infrarotheizung besitzt üblicherweise kein Gebläse und gibt einen wesentlichen Teil ihrer Wärme als Strahlung ab.

Fazit

Infrarotwärme ist einfach aufgebaut – aber nicht so simpel, wie manche Werbeaussage behauptet.

Eine Infrarotheizung wandelt elektrische Energie direkt am Heizgerät in Wärme um. Ein wichtiger Teil wird über Wärmestrahlung übertragen, daneben entsteht aber auch Konvektion. Für den tatsächlichen Heizkomfort zählen deshalb nicht nur die Wattzahl des Paneels, sondern auch Raum, Oberflächen, Montageposition, Heizleistung und Regelung.